Rechtzeitige Behandlung rettet Leben
Im Fall einer akuten Thrombose bekommt der Patient als erste Maßnahme eine gerinnungshemmende Substanz unter die Haut gespritzt. Sie verhindert das Weiterwachsen des Blutgerinnsels und bannt damit die Gefahr der Lungenembolie. Denn nur von einem noch aktiv wachsenden Gerinnsel kann sich ein Teil lösen und einen Gefäßverschluss im Lungenkreislauf verursachen.
Zur Anfangsbehandlung der Thrombose sind verschiedene Medikamente zugelassen, überwiegend gehören sie der Gruppe der Heparine an.
Tabletten schützen vor neuer Thrombose
In den ersten drei Monaten liegt die Wahrscheinlichkeit einer Blutung, die im Krankenhaus behandelt werden muss, bei bis zu 3 Prozent. Das heißt, bei höchstens 3 Prozent der Patienten treten solche Blutungen auf. Nach dem ersten Vierteljahr der gerinnungshemmenden Behandlung sinkt das Risiko auf 1 bis 2 Prozent.
Ist das Wachstum des Gerinnsels gestoppt, kann der Körper mit dem Aufräumen des Schadens beginnen. Er baut das Gerinnsel ab und versucht, die Venen wieder frei zu bekommen. Das dauert einige Wochen bis Monate – je mehr Abschnitte des Venensystems betroffen waren, desto länger. Bei dem Abbau des Gerinnsels und der Regeneration der Venen werden Stoffe freigesetzt, die die Gerinnbarkeit des Blutes erhöhen. In dieser Zeit ist also die Gefahr einer erneuten Thrombose besonders groß. Deshalb müssen weiter gerinnungshemmende Medikamente eingenommen werden. Es gibt sie in Tablettenform, so dass die lästigen Spritzen wegfallen. Der enthaltene Wirkstoff ist ein sogenanntes Cumarin (z.B. Marcumar). Diese Behandlung erfordert regelmäßige Blutuntersuchungen und eine besondere Aufmerksamkeit bei der Einnahme weiterer Medikamente. Denn die Medikamente verhindern zwar eine Thrombose, erhöhen aber auch die Blutungsbereitschaft. In den meisten Fällen kann die Tabletteneinnahme nach 3-6 Monaten beendet werden. Bleiben jedoch die Risikofaktoren bestehen, bleibt auch das Thromboserisiko. In diesem Fall sollten Sie mit Ihrem Gefäßmediziner das Für und Wider einer weiterführenden gerinnungshemmenden Behandlung besprechen.
Neu:
In den vergangenen Jahren wurden Medikamente entwickelt, die wie Marcumar als Tablette eingenommen werden können, aber keine Kontrolle der Gerinnungswerte erfordern. Sie sind zum Teil bereits zugelassen und werden im Krankenhaus zur Verhütung einer Thrombose oder Lungenembolie eingesetzt. Vielversprechend sind jüngste Studienergebnisse, die belegen, dass diese neuen Medikamente auch zur Behandlung einer Beinvenenthrombose oder Lungenembolie eingenommen werden können. Nach Zulassung durch die Behörden werden diese Medikamente das Leben mit Gerinnungshemmern wesentlich vereinfachen, in bestimmten Anwendungsgebieten sogar wirksamer oder sicherer machen.
Ungeliebt, aber hoch wirksam: Der Kompressionsstrumpf
Nach einer Thrombose entsteht in den Venen im Knöchelbereich ein dauerhaft erhöhter Druck, der über die gestörten Venen bis in die kleinsten Hautgefäße fortgeleitet wird. Gegen diesen Druck muss von außen ein Gegendruck aufgebaut werden. Dazu dient der Kompressionsstrumpf.
Am Anfang der Thrombosebehandlung hilft er, die Beschwerden und die Schwellung schnell zu beseitigen. Langfristig verhindert der Strumpf krankhafte Hautveränderungen und die Entwicklung eines offenen Beins. Er muss nur tagsüber am Thrombose-Bein getragen werden.
Der Arzt verordnet den Strumpf etwa alle sechs Monate neu, er wird in einem Fachgeschäft individuell angepasst. Im Allgemeinen reicht ein wadenlanger Strumpf aus. Kompressionsstrümpfewerden in vier Stärkegraden(Klassen) hergestellt. Im Normalfall ist die Kompressionsklasse 2 die richtige zur Behandlung einer tiefen Beinvenenthrombose.


