Zum Gedenken an Herrn Prof. Dr. med. Eberhard Zeitler
Am 25. November 2011 verstarb Prof. Dr. Eberhard Zeitler im Alter von 81 Jahren in Nürnberg. Eberhard Zeitler war ein bedeutender Wegbereiter der vaskulären interventionellen Radiologie. Mit seinem Tod verliert die Medizin eine herausragende ärztliche Persönlichkeit, die weit über die Grenzen Bayerns und Deutschlands auch international große Anerkennung erfuhr.
Eberhard Zeitler wurde am 9. März 1930 in Mylau im Vogtland geboren. Nach einer Bäckerlehre von 1945-47 und dem Abitur 1949 in Oelsnitz (Vogtland) studierte er von 1950-55 Medizin an der Charité der Humboldt-Universität in Berlin. Nach der Tätigkeit als Medizinalassistent von 1955-57 begann er seine Ausbildung zum Facharzt für Röntgenologie und Strahlenheilkunde an der Martin-Luther Universität Halle/Saale unter Leitung von Prof. Kölling. Am 13.8.1961, dem Tag des Baus der Berliner Mauer, verließ er die DDR und setzte seine radiologische Tätigkeit am Institut für Klinische Strahlenheilkunde, der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz unter Leitung von Prof. Diethelm fort. Dort habilitierte er sich 1967 mit dem Thema: ,,Die Myelographie mit einer neuen Kontrastmittelsuspension und Röntgendiagnostik intraspinaler Raumforderungen", arbeitete zugleich aber intensiv auf dem Gebiet der Herzkatheteruntersuchungen.
Im selben Jahr wurde er als Chefarzt an die Aggertalklinik für Gefäßkrankheiten der LVA in Engelskirchen bei Köln berufen, wo er sich weiter seinem Schwerpunkt der Diagnostik und Behandlung von Gefäßerkrankungen widmete. In dieser Zeit besuchte er Charles Dotter in den USA, der 1964 die erste femorale PTA durchgeführt hatte. 1968 wurde dann von Zeitler die erste PTA Deutschlands in Engelskirchen durchgeführt. Es ist Eberhard Zeitler zuzurechnen, dass sich die von amerikanischen Medizinern zunächst abgelehnte Methode von Charles Dotter durch Belegung des Erfolgs an großen Fallzahlen in Europa durchsetzen konnte. Auch Andreas Grüntzig, der 1974 in Zürich den Ballonkatheter entwickelte und 1977 die erste koronare PTA durchführte, erlernte die Methode bei Zeitler in Engelskirchen.
1971 erhielt Zeitler die außerplanmäßige Professur der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. 1976 wurde er als Chefarzt des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie an das Städtische Klinikum Nürnberg berufen, von wo er sich 1977 an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg umhabilitierte. Bis zu seiner Pensionierung 1995 arbeitete er wissenschaftlich weiter intensiv auf dem Gebiet der vaskulären Interventionen und medikamentöser Begleittherapien, obwohl ihn auch andere Neuentwicklungen der Bildgebung sehr interessierten. So gab er u.a bereits 1984 eine Einführung für Ärzte und Studenten zur sich gerade etablierenden Kernspintomographie heraus. Sein wissenschaftliches Werk umfasst über 330 Publikationen, davon über 180 als Erstautor und 15 Bücher.
Zeitler war vielfältig als Gastdozent national und international bis nach seiner Pensionierung tätig und erhielt von namhaften Gesellschaften und Organisationen Preise, Auszeichnungen und Ehrenmitgliedschaften, u.a. die Ehrenmitgliedschaften der Österreichischen, Italienischen, Französischen und Belgischen Röntgengesellschaften sowie der Österreichischen, Schweizer und Deutschen Gesellschaft für Angiologie.
1985 richtete er den Deutschen Röntgenkongress in Nürnberg aus, 1996 erhielt er die Albers-Schönberg-Medaille der Deutschen Röntgengesellschaft DRG und 2006 wurde er Ehrenmitglied der DRG. 1981 war er Vorsitzender der Frühjahrs- und Herbsttagung des Bayerischen Röntgenkongresses in Bregenz und Nürnberg, 1990 erhielt er die Grashey-Medaille der BRG und von 1994 bis 1997 war er Vorsitzender der Bayerischen Röntgengesellschaft BRG. Zeitler war weiterhin Founding Editor des Journal of Cardiovascular and Interventional Radiology CVIR und wurde von der CIRSE wie folgt geehrt: 1993 Distinguished Fellow, 1994 Grüntzig Lecturer und 2002 als höchste Auszeichnung die Gold Medaille der CIRSE. Auch die amerikanische Gesellschaft für interventionelle Radiologie (SIR) und die Internationale Andreas Grüntzig Society (IAGS) verliehen ihm die Ehrenmitgliedschaft.
Eberhard Zeitler hat sich als Lehrer und Vorbild mit Enthusiasmus und Ausdauer für die Anerkennung der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie als eigenständiges Fach eingesetzt. Mit gleicher Unermüdlichkeit und großem Innovationsgeist hat er wesentlich die interventionelle Radiologie in Deutschland und international weiterentwickelt und zu einem festen Bestandteil der Radiologie gemacht.
Reinhard Loose, Nürnberg
Reinhard.Loose(at)klinikum-nuernberg.de
Zum Gedenken an Herrn Prof. Dr. med. Heinz Heidrich (1937 – 2011)
Am 19.04.2011 ist Prof. Dr. med. Heinz Heidrich im Alter von 74 Jahren in Berlin verstorben. Er wurde am 11.01.1937 in Reichenberg im Sudetenland geboren.
Heinz Heidrich studierte ab 1955 an der Freien Universität Berlin. 1963 – 1965 war er Medizinalassistent, bis 1971 Assistent an der inneren/kardiologischen und intensivmedizinischen Abteilung der Freien Universität Berlin. 1975 wurde er promoviert. Er habilitierte sich 1970 im Bereich der Inneren Medizin an der
Freien Universität Berlin mit dem Thema „Klinisch experimentelle Untersuchung zu neuen Wirkungsmechanismen sogenannter Vasodilatantien und gefäßaktiver Pharmaka“. Bis 1979 war er dann Assistenzprofessor an der Kardiologischen Abteilung der Freien Universität Berlin.
Schließlich wurde er 1980 zum Chefarzt der Inneren Abteilung des Franziskus-Krankenhauses Berlin berufen, wo er bis zum Ruhestand 2002 wirkte. Von 1993 an war er auch der Ärztliche Direktor des Hauses.
Die herausragende wissenschaftliche Arbeit von Heinz Heidrich spiegelt sich in mehr als 600 Publikationen wider. Insbesondere im Bereich der Mikrozirkulation und der Behandlung der kritischen Extremitätenischämie mit Prostanoiden war er wissenschaftlich an führender Stelle tätig. Das Raynaud-Phänomen war sein Spezialgebiet. In seinen unvergesslichen Vorträgen bestach er durch exakte Formulierungen, die seine Kernaussagen in brillanter Klarheit herüberbrachten. Er hat sich in besonderer Weise für den wissenschaftlichen Nachwuchs engagiert und mehr als 60 Doktoranten betreut. Stets hat er die Arbeit von Patientenorganisationen gefördert. So hat die Amputierteninitiative e.V. ihn bereits 1994 zum Ehrenmitglied berufen.
Herr Prof. Dr. Heidrich war jahrzehntelang Vorstand und Beirat der DGA. 1987 war er Vorsitzender, von 1990 bis 2000 Schatzmeister der DGA. 1987 wie auch bei der Dreiländertagung 1998 in Berlin war er Kongresspräsident der DGA. Für seine außerordentlichen Verdienste um die Entwicklung der Gesellschaft verlieh ihm die DGA 2002 die Ehrenmitgliedschaft. Seine internationale Wertschätzung drückte sich in der Ehrenmitgliedschaft der Österreichischen Gesellschaft für Angiologie sowie der korrespondierenden Mitgliedschaft der Schweizerischen Gesellschaft für Angiologie aus. Im Jahre 2003 wurde ihm das Verdienstkreuz der 1.Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Er war jahrelang dieser Zeitschrift als Mitglied des Editorial Boards eng verbunden und hat mit sie mit seinen kritischen Kommentaren sehr gefördert. Besonders engagiert hat er sich auch als Herausgeber der Leitlinien „Rationelle Diagnostik und Therapie in der Inneren Medizin“.
Heinz Heidrich war wegen seiner ausgeprägten klinisch pharmakologischen Kompetenz ein gefragter Berater: Er war lange Zeit Mitglied der Sachverständigenkommission für Transparenzfragen im Bundesgesundheitsamt, Mitglied der Zulassungskommission für humanmedizinische Bereiche im Bundesgesundheitsamt, ordentliches Mitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft sowie Mitglied des Expertengremiums der Stiftung Warentest.
Seine wissenschaftliche Tätigkeit hat er bis zuletzt durchgeführt. Auch Jahre nach Beendigung seiner Tätigkeit als Chefarzt hat er viel beachtete Artikel publiziert und war bei seinen Kollegen stets als wissenschaftlicher Berater hoch geschätzt.
Prof. Dr. Heidrich hat sich immer als Internist und Gefäßmediziner verstanden. Die wissenschaftliche Arbeit wurde in seiner klinischen Tätigkeit konsequent umgesetzt. Hierbei zeigte sich seine humanistische Einstellung, die unablässige Zugwandtheit zum Patienten wird allen Kollegen, die das Glück hatten, in seiner Abteilung arbeiten zu dürfen, immer in Erinnerung bleiben.
Wir trauern um einen großartigen Menschen, dessen Klugheit und Lebenserfahrung jeden beeindruckt hat, der ihn kennenlernen durfte. Seine stets ruhige und wohltuend unaufdringliche Art waren kennzeichnend. Wir verlieren einen brillanten Arzt und Wissenschaftler, seine Familie einen fürsorglichen und liebevollen Vater und Großvater. Seine Patienten trauern um einen großartigen Arzt und Menschenfreund, seine Mitarbeiter um ein stetes Vorbild und verlässlichen Berater.
Clemens Fahrig, Berlin
Andreas Creutzig, Hannover
Zum Gedenken an Herrn Prof. Dr. med. Werner Schoop (1924 – 2011)
Am 22. Februar 2011 verstarb Prof. Werner Schoop im Alter von 87 Jahren. Mit ihm hat die Angiologie einen ihrer herausragenden Vertreter der vaskulären Medizin im deutschsprachigen Raum verloren.
W. Schoop wurde am 15.August 1924 in Kirn (Hunsrück) als Sohn eines Volksschullehrers geboren. Das Studium der Medizin began W. Schoop bei der Marine. Er meldete sich 1941 als 16-Jähriger freiwillig als Marine-Sanitätsoffiziersanwärter (das Abitur wurde ihm geschenkt). W. Schoop tat Dienst auf der in Gotenhafen liegenden „Wilhelm Gustloff“. Dieses ehemalige Kreuzfahrtschiff beherbergte seit 1940 die 2. U-Boot Lehrdivision und wurde später als Flüchtlings-und Verwundetentransporter genutzt. 1945 wurde die Gustloff auf dem Wege von Gotenhafen nach Kiel von einem sowjetischen U-Boot vernichtend torpediert. Über 9000 Menschen kamen ums Leben – darunter sein Bruder. Es war die größte Schiffskatastrophe der Geschichte. W. Schoop war nicht nur einer der wenigen Überlebenden. Er rettete auch einen Kameraden – einen damals 18-jährigen Zahlmeisterassistenten. Letzterer beschäftigte sich seither intensiv mit der Geschichte der „Wilhelm Gustloff“ und hielt 1997 in Freiburg einen zusammenfassenden Vortrag. Im Auditorium saß auch W. Schoop. Aus den Ausführungen ging hervor, dass der Vortragende der seinerzeit von W Schoop gerettete Zahlmeisterassistent war.
Nach dem Krieg wurde das Medizinstudium fortgeführt. Nach Staatsexamen und Promotion (apoplektische Hirnblutungen) bekam W. Schoop 1949 eine unbezahlte Stelle als Medizinalassistent im Franziskusstift in Bad Kreuznach. 1952 wechselte er – ebenfalls unbezahlt – an das Physiologische Institut der Universität Frankfurt. Den Lebensunterhalt verdiente sich in diesen Jahren seine Frau Bärbel als Ärztin in Celle bzw. als MTA in der Abteilung für Pathologie im amerikanischen Airforce-Hospital in Wiesbaden.
In der Physiologie Frankfurt beschäftigte sich W. Schoop mit dem peripheren Kreislauf und den methodischen Voraussetzungen, die wesentlichen Größen zu messen. Es entstanden die ersten Publikationen.
Anfang 1954 kam W. Schoop zu Ratschow an die Medizinische Klinik in Darmstadt. Dort wurden in- vivo über die plethysmographische Messbarkeit des sog. Integrierten Kapillardrucks, über den Einfluss der Stellatumblockade auf den peripheren Kreislauf, über den dilatatorischen Effekt von Adenosinmonophosphat sowie über Messmethoden der Muskeldurchblutung („Hensel-Sonde“) bei Gesunden und Gefäßkranken gearbeitet.
Besondere Erkenntnisse ergaben sich aus Untersuchungen über die Hämodynamik der arterio-venösen Fistel. Die beobachtete Erweiterung der die Fistel speisenden Arterie und abführenden Vene wurde in einen inneren Zusammenhang mit der schon früher von Pathologen gemachten Beobachtung erweiterter Kollateralgefäße bei Arterienverschlüssen gebracht. Die allgemeine Schlussfolgerung war, dass nicht der Blutdruck oder die Hypoxie, sondern der Blutfluss der adäquate Reiz einer Arterienerweiterung sein müsse.
Bereits Facharzt für Innere Medizin wechselte W. Schoop 1960 an die Medizinische Universitätsklinik Freiburg (Heilmeyer), wo er sich 1963 mit der Arbeit „Pathophysiologie und Klinik des arteriellen Kollateralkreislaufs beim Verschluss von Extremitätenarterien“ habilitierte. Während der weiteren Freiburger Jahre führte W. Schoop die verschlusslokalisationsbezogene Bewegungstherapie für Claudicatiopatienten ein. Die Thrombolyse bei frischen Arterienverschlüssen wurde erforscht, eine Messmethde zur Bestimmung des Andrucks von Kompressionsverbänden wurde vorgestellt und epidemiologische Untersuchungen zur Frage der Verschlussprävalenz und - lokalisation bei Diabetikern wurde gestartet.
Aus der Freiburger Zeit ging auch die „Angiologie-Fibel“ (später „Angiologische Praxis“) hervor – wahrscheinlich die erste in Buchform (Thieme) vorliegende Zusammenfassung des klinischen angiologischen Wissens zur damaligen Zeit. Die „Fibel“ ist auch in ungarischer, spanischer und japanischer Sprache erschienen und hat vielen Ärztinnen und Ärzten erstmals den Zugang zu den Gefäßkrankheiten ermöglicht.
1967 wurde W. Schoop Leiter der Aggertalklinik in Engelskirchen. Als Chef und Lehrer kam es ihm – abgesehen von leidenschaftlich betriebener Wissensvermittlung und optimaler Patientenversorgung – zunehmend darauf an, sich an übergeordneten Gesichtspunkten zu orientieren: Die Suche nach neuen Wegen, die Freude an der Idee, der Mut zur Vision. Wobei das Machbare und das nicht Machbare realistisch voneinander getrennt werden konnten – zum Vorteil des Machbaren.
So entstand sein Lebenswerk. Aus einer bislang als Tbc-Klinik geführten Institution der LVA Rheinprovinz entwickelte sich eine angiologische Klinik mit ca. 250 Betten, in der alle diejenigen Fachbereiche unter einem Dach vertreten waren, die zur umfassenden Versorgung gefäßkranker Patienten notwendig sind: internistische Angiologie, diagnostische und interventionelle Radiologie, Gefäßchirurgie und angiologische Rehabilitation. Die Schaffung einer derartigen außeruniversitären Schwerpunktklinik – heute sagt man Gefäßzentrum – war beispielhaft und galt als Modell für die weitere Strukturierung angiologischer Zentren im Laufe der folgenden Jahrzehnte.
In den Folgejahren beschäftigten sich W. Schoop und Mitarbeiter mit der Thrombolyse auch älterer Arterienverschlüsse (zusammen mit M. Martin), mit der perkutanen transluminalen Angioplastie (E. Zeitler) sowie mit den diagnostischen Möglichkeiten der Belastungsoszillographie und der Ultraschall-Doppler-Technik. Die Methodik zur Messung des systolischen Blutdrucks distal eines Arterienverschlusses mit Hilfe unidirektionaler nicht invasiver Ultraschall-Doppler-Geräte wurde in der Aggertalklinik in die Diagnostik eingeführt und auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kreislaufforschung in Bad Nauheim erstmals vorgestellt.
Um die klinische Forschung in der Aggertalklinik zu systematisieren wurde 1972 der gemeinnützige Verein zur Bekämpfung von Gefäßkrankheiten gegründet. Aufgabe war es, auf der Basis rechtlich abgesicherter Drittmittel Personal und Gerätschaften bereit zu stellen. Im Forschungsmittelpunkt standen die Fragen zur Prognose v.a. der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit und der langfristigen Krankheitsverläufe nach Thrombolyse und Angioplastie. So konnten nach bis zu 10 bis 15-jährigen Beobachtungszeiten belastbare Aussagen über die mittleren Offenheitsraten nach lumeneröffnenden Behandlungsmaßnahmen in Abhängigkeit von definierten Einflussgrößen (Alter, vaskuläre Risikofaktoren, Verschlusslokalisation etc.) gemacht werden.
Mit Hilfe des „Vereins“ wurden die Forschungsaktivitäten – auch in Kooperation mit benachbarten Universitäten - v.a. durch M. Köhler, D. Neuerburg-Heusler, H. Rieger, F.J.Roth und I. Schmidke vorangetrieben.
In diesen Jahren war der Bekanntheitsgrad der Aggertalklinik so groß, dass zahlreiche in-und ausländische Ärztinnen und Ärzte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Stipendiatinnen und Stipendiaten (Deutsche Forschungsgemeinschaft, Humboldt-Stiftung, Deutscher Akademische Austauschdienst) ihren Wissensstand in der Aggertalklinik erweitert haben.
Über 300 Veröffentlichungen sowie die mit G. Heberer und G. Rau 1974, mit H. Simon 1986 und mit H. Rieger 1998 herausgebrachten angiologischen Lehrbücher zeugen nicht nur von W. Schoops wissenschaftlichem Engagement , sondern auch von dem bereits damals hohen Entwicklungsstand der Angiologie im deutschsprachigen Raum.
1989 erhielt Werner Schoop für sein Lebenswerk das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie verlieh ihm die Ehrenmitgliedschaft.
Das von Schoop Geschaffene trug dazu bei, dass auf dem Deutschen Ärztetag 1992 die Angiologie als 8. Schwerpunkt der Inneren Medizin anerkannt wurde.
W. Schoop hatte immer Zeit – für seine Frau Bärbel, seine drei Töchter, seine Freunde und seine Hobbys. Sein Zeitmanagement und seine Arbeitsökonomie waren bewundernswert. Es gab Nichts, an dem W. Schoop nicht interessiert gewesen wäre. Dazu kamen ein brilliantes Gedächtnis, eine scharfe Analytik und eine – auch durch die Kriegserlebnisse bedingt – spezielle Lebenserfahrung. Kaum jemand wurde enttäuscht, der seinen wohl abgewogenen Rat gesucht hat.
Sein wohl größtes Hobby war der Golfsport. Die meisten hochrangigen Golfplätze der Welt waren ihm geläufig. Während seiner besten Zeit war W. Schoop „einstellig“. Golfer wissen, was das heißt.
Aber auch andere Interessen wurden systematisch gepflegt: Briefmarkensammlung, Münzsammlung, die vom Vater übernommene systematische Sammlung einheimischer Insekten und Käfer, Ahnenforschung, Reisen, Tanzen.
Nach Eintritt in den Ruhestand 1989 zogen W. Schoop und seine Frau Bärbel wieder nach Freiburg. Ihrer beider Reiselust stand nun kaum noch etwas im Wege. Kaum ein Fleckchen Erde, das Werner Schoop nicht kennen gelernt hätte.
Wenn Dinge aus nicht beeinflussbarer Ursache nicht plangemäß liefen, so akzeptierte er dies ohne nutzloses Klagen. Er kam mit dem zurecht was blieb. Auch hinsichtlich der krankheitsbedingten Abnahme seiner in gesunden Tagen enormen globalen Mobilität arrangierte er sich. Das was blieb, wurde geachtet und zum Vorteil für seine Familie, Freunde und für neue Pläne genutzt.
Werner Schoop wird seinen früheren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen und vielen, die ihn kannten als prägende Persönlichkeit, Lehrer, Mentor und Freund in dankbarer Erinnerung bleiben.
Horst Rieger, Wiehl




