Da die Ursachen des Lipödems nicht bekannt sind, können nur die Symptome behandelt werden. Sport oder Diäten helfen leider nicht gegen die typischen Fettansammlungen eines Lipödems. Wer abnimmt, wird feststellen, dass dadurch eher der Rumpf an Umfang verliert – weniger jedoch die betroffenen Beine. Dennoch werden die Beschwerden in dem Maße weniger, indem man sich dem Normalgewicht annähert.

 

Die Behandlung zielt darauf, die Ödeme zu beseitigen, um die dadurch verursachten Beschwerden wie chmerzen und Druckgefühl zu bessern. Zusätzlich kann das Fettgewebe durch eine operative Fettabsaugung deutlich reduziert werden.


Kompression und Entstauung

Patientinnen mit einem Lipödem sollten als Basistherapie Kompressionstrümpfe tragen. Wie beim Lymphödem kann die Komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) angewendet werden. 

Erfahren Sie dazu mehr unter dem Punkt "Therapie: Wie wird ein Lymphödem behandelt?".


Fettabsaugung (Liposuktion)

Während die Entstauungsstherapie der Ödembeseitigung dient, kann das krankhaft vermehrte Fettgewebe selbst nur mit einer Fettabsaugung (Liposuktion) entfernt werden. Bewährt hat sich die Fettabsaugung unter der so genannten Tumeszenz-Lokalanästhesie. Dabei werden große Mengen an Kochsalzlösung, die mit einem Betäubungsmittel versetzt ist, vor der Absaugung in das Unterhautfettgewebe der Haut gebracht. Dadurch wird das Gewebe gelockert und gleichzeitig betäubt. Mit dünnen, vibrierenden Kanülen wird dann das störende Fettgewebe abgesaugt. Mit dieser gewebeschonenden Methode (Vibrationsliposuktion) kann das Lipödem an den behandelten Stellen deutlich reduziert werden. Dies ändert an der eigentlichen Erkrankung und an deren Verlauf aber nichts. Aus diesem Grund erstattet die Krankenkasse die Kosten der Behandlung in der Regel nicht.

Die so genannte „Fett-Weg-Spritze“ (Injektionslipolyse) oder die Fettreduktion durch Lasereinsatz (Laserlipolyse) bewirken keine wesentliche Reduzierung des Umfangs. Bei der Injektionslipolyse wird mit einer Spritze das aus der Sojabohne gewonnene Naturpräparat Phosphatidylcholin direkt in die unerwünschten Fettpolster gespritzt. Bei der Laserlipolyse wird durch einen Laserstrahl das Fettgewebe gezielt aufgelöst und bei Bedarf abgesaugt. Beide Methoden eignen sich nur, um kleinere Fettdepots zu beseitigen.

 

Im Einzelfall wird der Gefäßmediziner entscheiden, ob eine Fettabsaugung sinnvoll ist.

Die Kombination der Entstauungs- und Kompressionstherapie mit einer Fettabsaugung kann die Beschwerden deutlich verringern. Eine Fettabsaugung ist keine Methode, um abzunehmen.